Dienstag, 24. Juli 2007

 

Der Terror ist überall!

Ich lese im Normalfall die Berliner Zeitung. Als ehemalige Ostberlinerin mache ich das schon seit über 20 Jahren.
Manchmal gehe ich Einkaufen und wenn mir die Beine vom vielen Rumlaufen schmerzen, setze mich in ein Straßenkaffee und lese auch mal die Bild Zeitung. Diese Zeitung liest sich schnell weg und reicht für einen Latte Macciato. Man will ja schließlich auch mal darüber informiert sein, was sonst niemand offen zugibt zu lesen.
So auch gestern. Gestern hat es mir allerdings fast die Schuhe ausgezogen, was Hugo Müller-Vogg unter der Headline "Kampf gegen den Terror nicht aufgeben" so von sich gegeben hat.
Er meint doch allen Ernstes, dass man ein Schwächling sei, wenn man glaubt, man müsse sich nicht unbedingt in Afghanistan oder im Irak niedermetzeln lassen.
Er schreibt u.a.: "Gerade wir Deutsche sollten aus der Geschichte gelernt haben: Wer vor den Hitlers und Bin Ladens kuscht, der dient nicht dem Frieden der ermuntert zum Krieg."
Erstens: Wen meint er mit Hitlers? Hitler ist schon lange tot und so wie ich es aus dem Geschichtsunterricht in Erinnerung habe, hat Hitler andere Länder angegriffen, die sich dann zwangsweise auch gewehrt haben. Es hat niemand gebeten, dass Hitler in ihr Land einfällt.
Wenn mich jemand angreifen würde, würde ich mich natürlich auch wehren, denn der Wunsch nie eine Waffe gebrauchen zu müssen, Pazifist zu sein, hat schon manch einen das Leben gekostet. Auch im 2. Weltkrieg hat Pazifismus nichts genutzt.
Das heisst aber noch lange nicht, dass ich dafür sein muss, dass wir uns überall einmischen, wo Amerika glaubt, present sein zu müssen.
Die Russen haben das schon, als ich noch in der DDR lebte, versucht und sind kläglich gescheitert. Auch Experte Peter School-Latour ist wohl solch ein Schwächling, wenn er in einem Bild-Artikel meinte, dass ein Rückzug aus Afghanistan unvermeidlich ist.
Wenn uns Afghanistan, der Irak oder der Iran den Krieg erklärt, dann sollten wir uns wehren, aber erst dann.
Hat Georgi bisher im Irak etwas Positives bewirkt? Nein!!! Kein Iraker sieht die USA als Befreier. Es geht auch da nicht um Demokratie und Freiheit, sondern um pure Machtinteressen. Der Dollarkurs befindet sich im Sturzflug ebenso die Meinungsumfragen zu Bush.
Warum lassen wir Deutsche uns immer vor einen Karren spannen? Im Osten war es "die geliebte Sowjetunion" und im Westen sind es die USA.
Aus der Geschichte lernen, heißt für mich, meinen Verstand einschalten und mit gleichgesinnten Partnern reden, wie man sich am klügsten verhalten kann. Mit dem Säbel rasseln kann man immer noch!
Nach Herrn Müller-Vogg müsste ich jetzt mit einem Messer in der Tasche herumlaufen, denn es kann ja sein, dass ich morgen einem Terroristen gegenüber stehe. Ich ermuntere also ohne das Messer alle Terroristen mich anzugreifen! Mit Messer demonstriere ich meine Friedfertigkeit! Welch ein Schwachsinn!!
Warum ist Herr Müller-Vogg denn noch in seinem warmen Springer-Büro und nicht in Afghanistan? Er kann sich doch dorthin als Freiwilliger melden, "um dem Frieden zu dienen."
Franz Josef Wagner dagegen hat es mehr oder weniger gestern ausnahmsweise mal richtig interpretiert, wenn er meint, dass der getötete Bauingenieur ein Held sei, weil er nach Afghanistan gegangen ist, um seine Familie zu ernähren. Er wollte einfach nicht Hartz IV und hat dafür auch seinen möglichen Tod in Kauf genommen.
Armes Deutschland!!!

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Kommentare:
Wow! Eine klare Ansage, die ich 100%ig unterschreibe. Liebe Grüße Constanze
 
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