Montag, 2. Februar 2009

 

Neujahr

Seit September 2008 habe ich nicht mehr geschrieben. Irgendwie hatte ich nicht die richtige Stimmung.
Der Verlust meines langjährigen Lebenspartners hat mich doch ziemlich aus der Bahn geworfen. War es anfangs mehr ein Schockgefühl und die Einsicht, dass das Leben weitergehen muss, so ist mir erst, nachdem sich sein Todestag am 16.11.2008 jährte,so richtig klar geworden, wie sehr er mir fehlt. Das Leben ist einsamer geworden. Ich kann mit niemandem so gut über alles reden, wie ich es mit ihm konnte.

Er hat es kaum für möglich gehalten, dass Obama (http://www.focus.de/politik/ausland/tid-13370/us-praesidenten-obama-will-zum-zweiten-lincoln-werden_aid_370111.html) in den USA Präsident werden kann. Ich habe fest daran geglaubt! Wie gern hätte ich mich jetzt über den Wandel in den Vereinigten Staaten mit ihm unterhalten. Endlich ein intelligenter, gebildeter Mann an der Spitze dieser Nation, die das nun auch bitter nötig hat nach 2 Amtsperioden Bush.
Mir gefällt an Obama insbesondere, dass er auf Dialog setzt, und ich hoffe, dass er auch in Hinsicht auf Afghanistan noch zu einem anderen Entschluss kommt. Er wird nicht alles lösen können, was in der Welt Schreckliches passiert, aber es ist schon gut, wenn man darauf hoffen kann, das jemand erst einmal zuhört und sach- und fachkundige Leute in seine Entscheidungsfindung einbezieht, bevor er handelt. Obama ist meines Erachtens ein Glücksgriff für die gesamte Menschheit.
Ich hoffe, dass dadurch auch die Rüstungsbestrebungen sowohl von Amerikanischer als auch Russischer Seite überdacht und neu verhandelt werden.
Das schwierige Thema Israel/Gaza-Streifen muss endlich gelöst werden, denn keine Lösung heißt immer wieder neue Kriege und neue Tote sowohl für Israelis als für Araber.

Sehr froh bin ich momentan, dass ich Atheist bin, denn was im Vatikan los ist, stinkt zum Himmel. Ausgerechnet ein Deutscher Pabst nimmt einen Holocaust-Leugner wieder in seine Reihen auf. Wenn der Pabst das alles nicht gewusst haben soll, wie schlimm sieht es dann in diesem Vatikan-Staat aus?

Dazu passt die kirchengesteuerte Pro-Reli (http://www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/religionsunterricht-ist-glaubenssache/) Diskussion. Nun soll es ein Volksentscheid richten. Ich halte es einfach für absurd, dass die Schule Religion vermitteln soll. Viele Vertreter dieser Pro-Reli Kampagne meinen, dass der Ethikunterricht, nicht das leisten kann, was der Religionsunterricht erreichen könnte. Das ist ja meines Erachtens auch nicht geplant. Es geht ja im Ethikunterricht nicht um Glauben an sich, sondern um Vermittlung von Werten. Werten die für Christen, Muslime, Juden und Atheisten gleich sein sollten. Ich muss da immer an mein Abitur denken. Ich musste mich im mündlichen Abitur mit "Nathan der Weise" von Lessing auseinandersetzen. Ich hatte einen Blackout und mir fiel damals nicht der Begriff "Weltanschauung" für Religion oder Glaube ein.
Geht es doch im Ethikunterricht um gerade die Vermittlung von Weltanschaung im Sinne Nathans, der in seiner Ringparabel gerade deutlich macht, dass weder der christliche, noch der jüdische, noch der mohamedanische Glaube der richtige sei, so versuchen die Pro-Reli Befürworter die Glaubenslehre unter Staatsfittiche zu nehmen. Menschenliebe, Hilfsbereitschaft, Toleranz und Erziehung, die Anerkennung kultureller Werte aller Menschen darum muss es im Ethikunterricht gehen. Woran ein Mensch glaubt, dass muss seine Privatsache bleiben und das gehört nicht in die Schule und gehört auch nicht staatlich gefördert (hier ein paar Meinungen aus einem Mädchenblog - http://maedchenblog.blogsport.de/2009/01/16/achtung-da-kommt-was-auf-uns-zu/ und von einem evangelischen Pfarrer - http://brightsblog.wordpress.com/2009/01/31/pro-reli-pro-privileg/).
Klara

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