Freitag, 11. April 2008

 

Vernissage im Wedding

Gestern war ich mit meiner Nachbarin zu einem Ereignis der besonderen Art. In der OFFline-Galerie im Stadtbezirk Wedding, gestartet im Oktober 2007 als Produzentengalerie und Mitglied des Kunsthandelsplatzes von kuenstler-kultur-Work.net(http://www.off-galerie.de/) war eine Vernissage und Performance, die sich „DAS LIELERR EVENT“ nannte und in Anwesenheit des Künstlers Markus Anatol Weisse von der Galeristin Karen Volkmer präsentiert wurde.
Es war eine völlig neue Welt in die man eintauchte. Der Begriff Synästhetik war mir bisher nicht geläufig, aber die Bilder von Markus Anatol Weisse (http://mashikus.org/) machten schnell klar, was damit gemeint ist.
Der Synästhet kann beim Hören von Musik Farben und Formen wahrnehmen. Diese Eigenschaft, die medizinisch gesehen als Anomalie definiert wird, wird für Markus zur Gabe der Natur. Er sieht, was er hört und malt was er sieht. Insgesamt hat nur etwa einer von 1000 Menschen synästhetische Fähigkeiten.
Seine Bilder sind grandios und man kann gewisse Parallelen zu Salvador Dali entdecken. Die Farbgebung, seine eigene Farblehre, ist bestimmt das Phänomenalste an den surrealistischen bis skurrilen Werken von Markus Anatol Weisse. Das ist wohl auch das, was seine Synästhetik ausmacht.
Markus, der seit seiner Kindheit nur 20 % seiner Sehkraft besitzt http://www.gaga-filmfest.de/gaga2/filme/the_markus_family/the_marcus_family.PDF) sieht mit allen anderen ihm zur Verfügung stehenden Sinne. Er sieht so gut, wie es viele auch mit doppelten Hinschauen nicht vermögen. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes begnadet.
Neben seiner Malerei hat er ebenso Freude an Mathematik und Technik, und man staunt wie ein Kind, wenn seine „Sculptronics“ durch die Galerie fahren wie ansonsten nur ferngesteuerte Autos im Kinderzimmer. Man kann kaum begreifen, was man sieht. Die Skulpturen wirken halb wie aus der Fabelwelt und halb aus einem Science-Fiction.
Der Künstler ist inzwischen 53 Jahre alt, erscheint aber knabenhaft und man glaubt Harry Potter vor sich zu sehen, wie er da so mit seiner überdimensionalen Brille im Raum steht. Er wirkt menschenscheu, aber wenn er über seine Brillengläser lugt scheint man auch einen gewissen Schalk in seinen Augen zu bemerken.
Seine Mutter, die inzwischen über 70 ist, begleitet und unterstützt ihn und spielt mit in seinem „LIELERR EVENT“. Mit Musik- und Mikrophonunterstützung tragen Mutter und Sohn eine phantastische Geschichte vor, die Markus Anatol Weisse selbst geschrieben hat, der man jedoch nicht wirklich folgen kann. Dennoch ist man gefangen von dem Vortrag der alten Dame mit den lila Haaren und dem Sohn im weißen Anzug mit neonfarbenen Mustern. Man sieht, ob man will oder nicht, eine zeitlang die Welt mit Markus Augen. Danke für den Einblick in eine neue Welt!
Klara

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